Aus dem HVV-Fahrgastbeirat

Die FIH ist Mitglied im Fahrgastbeirat des HVV. In diesem Gremium, das von der HVV GmbH eingerichtet wurde, arbeiten interessierte Fahrgäste und Vertreter von Initiativen und Verbänden in vier Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen Themengebieten. Wir möchten Ihnen hier die Vorschläge dieser Arbeitsgruppe vorstellen.

HVV-Arbeitsgruppe 1 (Tarife)

Anträge der AG Tarif zur Beschlussfassung durch den HVV-Beirat

Antrag I

Hiermit wird beantragt: Mitglieder der Arbeitsgruppen, die auch im Plenum unabgemeldet nicht erscheinen, sollen angeschrieben und darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie, wenn sie sich nicht äußern, gestrichen und durch bisher nicht berücksichtigte BewerberInnen ersetzt werden.
Begründung: In Arbeitsgruppen, wie z. B. bei uns in der AG 1 (Tarif), ist die Arbeitsfähigkeit massiv gefährdet, wenn über die Hälfte der eingetragenen AG-Mitglieder regelmäßig nicht erscheint.

Antrag II

Hiermit wird beantragt, alle Züge, die in Tornesch und Pinneberg halten, für HVV-FahrkarteninhaberInnen (bis/von Hamburg - Red.) freizugeben. Gegebenenfalls sollen entsprechende Fahrgasterhebungen durchgeführt werden.
Begründung: Bei der bisherigen Praxis kommt es bei den Fahrgästen zu einem unzumutbaren Umsteigezwang aus tariflichen Gründen. Es handelt sich hier um eine unverständliche und nicht nachvollziehbare Inseltarifregelung.

Ergänzungen der HFI-Redaktion zu I:
Bei der AG-Sitzung am 9. Juli 1998 saßen zwei HVV-Vertretern wieder nur vier (von neun) AG-Mitgliedern gegenüber! Auch unser Vertreter im HVV-Fahrgast-Beirat hatte diese unverständliche Entwicklung angesprochen und vorgeschlagen, aus dem großen Reservoir der Bewerber Nachrücker zu benennen. Der HVV hat auf diese ungünstige Tendenz bereits reagiert und hat vier "Karteileichen" aus der Liste der Beiratsmitglieder gestrichen und dafür vier Nachfolger ausgelost, die zur nächsten Plenums-Versammlung am 9. September 1998 eingeladen wurden.

Anmerkung zu II:
Diese engstirnige Tarifpolitik ist umso erstaunlicher, als man solche Beschränkungen in anderen Verbundnetzen nicht kennt. Sogar in Hamburg gelten HVV-Fahrkarten trotz parallel fahrender Gleichstrom-S-Bahn nach Bergedorf wie auch nach Harburg in SE-, RB-, teils auch in RE-Zügen!

HVV-Arbeitsgruppe 2 (Netzentwicklung)

Der Schnellbus muss bleiben!

Die Schnellbusse sollen eine Netzergänzung vor allem in den Stadtteilen bieten, in denen das Schnellbahnnetz große Lücken lässt und deshalb keine schnelle und direkte Verbindung von außerhalb in die Innenstadt vorhanden ist. Eine parallele Bedienung zu Schnellbahnen ist grundsätzlich nicht sinnvoll. Die Schnellbusse sollen ähnlich häufig wie die Schnellbahnen verkehren, da ein Fahrzeitgewinn nur dann realisiert werden kann, wenn die Wartezeit möglichst gering ist. Außerdem sichert der Schnellbus für behinderte Menschen auf vielen Relationen umsteigefreie Direktverbindungen.

Eine Schnellbuslinie teilt sich auf dem Weg in die Innenstadt in drei Segmente auf:
I. Quellbedienung: In einem Stadtteil ohne direkte Schnellbahnanbindung folgen die Haltestellen dicht aufeinander. Ist keine sonstige Erschließung vorhanden, muss dieser zuschlagfrei sein.
II. Schnellbus-Korridor: Ab einem zentralen Knotenpunkt, an dem das Umsteigen auf einen Schnellbahnzubringer bzw. eine Stadtbuslinie möglich ist, bedient der Schnellbus nur solche Haltestellen, an denen sich eine Umsteigemöglichkeit mit Netzwirkung ergibt. Die Stadtbuslinien, die den Korridor und die umliegenden Gebiete erschließen, sollen mit den Fahrzeiten und Takten auf den Schnellbus ausgerichtet sein. Auf diesem Abschnitt ist - insbesondere aus Gründen der Lenkung von Fahrgastströmen auf die Schnellbahn - ein Zuschlag denkbar, der mit der kürzeren Fahrzeit gerechtfertigt wird. Besondere Maßnahmen (farbliche Kennzeichnung der Liniennummer an der Haltestelle, Durchsagen und optische Hinweise im Fahrzeug, deutliche Kennzeichnung im Fahrplan) sind nötig. Um Fahrzeitverluste durch das Nachlösen eines Zuschlags zu vermeiden, sollten Fahrkartenautomaten vorhanden sein.
III. Innenstadt-Bereich: Etwa innerhalb des Wallrings hält der Schnellbus an jeder Haltestelle, um eine optimale, zielnahe Bedienung zu gewährleisten. Da innerhalb dieses Bereiches kein Unterschied zum Stadtbus besteht, darf kein Zuschlag erhoben werden. (gekürzt)

HVV-Arbeitsgruppe 3 (Qualität)

Der Fahrgast-Beirat möge beschließen, dass der HVV die folgenden Qualitätsstandards bei seinen Vertragsgestaltungen mit berücksichtigt.
Bahnhöfe vordringlich:

dringlich: Zusätzlich an den Bushaltestellen vordringlich: dringlich:

HVV-Arbeitsgruppe 4 (Information)

Kleine Verbesserungen konnten bereits auf dem "kleinen Dienstweg" erzielt werden, z. B. wird im HVV-Fahrplanbuch nicht mehr jede vierte Zeile, sondern alle Umsteigestationen fettgedruckt. Als Teilergebnis unserer bisherigen Arbeit stellen wir dem HVV-Fahrgastbeirat folgende Vorschläge zur Entscheidung vor:

Merkbarkeit der Fahrpläne: Bei der Fahrplangestaltung hat neben den betrieblichen Belangen die Merkbarkeit eigenständiges Gewicht für die Fahrgäste und verdient daher erheblich stärkere Beachtung. In diesem Sinne sollen bei den Bussen Fahrtabstände ab 10 Minuten nur 20, 30 oder 60 Minuten betragen, nicht 15 oder 40. Zwischen Haupt- und Nebenverkehrszeiten sollen, ungeachtet der unterschiedlichen Verkehrsdichten, möglichst viele merkbare Gemeinsamkeiten in den Abfahrtszeiten bestehen bleiben.

HVV-Fahrplanbuch: zu dick und zu schwer, daher

Bushaltestellen: Ansagen /Anzeigen: HVV:

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Stand: 11 Mar 99